Die längsten 10 Meilen der Welt
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(Noch) nicht alles klappte an der Première des Hochrheinlaufes

Zurzach zu Beginn der 80er-Jahre: am damals durchgeführten Zurzacher-Cross nahmen auch einige junge und ganz junge "Hörner" teil. Ausgeschrieben waren 6 oder 7 km -so genau weiss das heute niemand mehr- was aber immer noch in bester Erinnerung (nebst einem im Dreck verlorenen Nagelschuh von Bruno W.), ist die Tatsache, dass das Rennen nach 49 Minuten noch in vollem Gange war und der Sieger das Zielband noch nicht gekreuzt hatte!

Zeitraffer: 30 Jahre später - der erste "Hochrhein-Lauf" im inzwischen zu Bad Zurzach mutierten Flecken, an welchem die immer noch starken Senioren von Känel oder Gerber teilnehmen, ist auch nach über einer Stunde noch in vollem Gang und der Sieger
(Martin von Känel) läuft nach über 1 h und 03 Minuten ins Ziel ein!

Was sich nun hier zum Schmunzeln liest, war für uns Aktive nicht so ganz lustig! Ich beginne von vorne:

Bereits zum zweiten oder dritten Mal kam es im Aargau zur äusserst unglücklichen Terminkollision Quellenlauf/Herbstlauf Muri; da ich mich für den Greifensee-Lauf angemeldet habe, fiel meine persönliche Wahl auf Bad Zurzach; die Zurzacher hatten den Naturlauf über den Laubberg gestrichen und bieten nun neu eine 10 Meilen Strecke entlang des Rheines an. Auf den ersten Blick sieht die Strecke (Bad Zurzach-Grenzbrücke-Wanderweg auf der deutschen Seite in Richtung Reckingen-Grenzbrücke-Reckingen-Bad Zurzach und dann entlang der alten Strecke in der Barz bis nach Rietheim und übers Feld zurück zum Thermalbad) "schnell" aus. Wer sie (wie die meisten von den Teilnehmern) nicht kennt, wird bald eines besseren belehrt: zu rund 3/4 ist der Rheinuferweg ein Kiesweg, also man rutscht bei jedem Schritt noch 5cm retour. Kam am 3. September noch dazu, dass es nochmals so richtig heiss war und leider schaltete auch das OK nicht und richtete keine zusätzliche Wasserstelle ein. Nicht genug damit: die GPS-Läufer vor (!) mir merkten schon nach 4 km, als ihre Uhr über 20 Minuten zeigte, dass da etwas nicht stimmen konnte.

Nun gut, der Quellenlauf wurde so etwas zum Qualenlauf und da das Läufervolk ja gut trainiert ist, passierte meines Wissens (hoffentlich stimmt dies) nichts Gravierendes. Wir kamen alle nach über 17 gelaufenen Kilometern ziemlich kaputt wieder am Ausgangspunkt an!

Nachbetrachtung: mir persönlich hat die alte Strecke besser gefallen, da sie abwechslungsreicher war. Ich bin der Meinung, wenn man schon einen 10 Meilen-Lauf konzipiert, dass dieser zumindest auch ein ordentliches Tempo zulassen sollte (ich möchte betonen, das ist meine persönliche Meinung). Was am 3. September aber schlecht war, war die Tatsache, dass wir vor dem Start nicht über die längere Strecke informiert wurden (scheinbar erhielt man eine Durchlauf-Bewilligung im letzten Moment dann doch nicht ...). Beim Studium der Karte des Barz-Gebietes fällt auf, dass es einige weitere Querwege gibt, wo man gut hätte abkürzen und den Lauf so zumindest wieder auf die Originallänge hätte bringen können. Ich wage mal zu sagen, dass mit etwas gutem Willen und dem Beizug eines (OL-)Läufers dies auch noch am Vortag hätte getan werden können.

Es gab aber auch Gutes, sehr Gutes sogar! Vom Thermalbad wurde eine Massagemöglichkeit angeboten und alle Läufer erhielten, nebst dem Gratis-Thermalbad-Eintritt, noch ein Funktions-Shirt. Auch die Streckensicherung war gut und auch der Ort der Festwirtschaft (der Kurpark) ist wohl einer der lauschigsten dieser Art weit und breit. Auch die Blumensträusse für alle Kategorien-Sieger werden nach wie vor sehr geschätzt!

A propos Kategoriensieger: deren zwei gab es für die LG Horn: Tanja Forster siegte bei den Schülerinnen (ein grosses Bravo). Die Schreibende litt zwar wie schon lange nicht mehr, landete aber trotz Marschpause bei km 12 (welche aber gut tat und Wunder wirkte...) auf dem zweiten Gesamtrang.
Ich stellte mich eigentlich auf verschiedene Duelle ein (mit Ronald Nau, Hans Wiedemeier oder Beat Stucki), aber schlussendlich wars ein Kampf mit mir und den andern dreien gings wohl gleich.
Die beste Nase von den Hörnern hatte wohl Max, welcher sich bei den Walkern anmeldete und welcher "ohne Druck" auf Rang und Zeit finishen konnte (oder etwa doch nicht ganz...?).

Ich bin gespannt, wie sich der Quellenlauf nun weiterentwickeln wird: das Konzept mit den (Gratis-)Jugendläufen ist nach wie vor super, auch das Start-/Zielgelände; jedoch wäre es sicher nicht schlecht, man würde einen Techniker (Lauf-Experten) ins OK nehmen. Man merkte es diesmal wirklich gut, dass dies nicht der Fall war.

Zu guter letzt wars für mich persönlich dann doch noch ein erholsamer Abend: wir durften uns den Kollegen vom Lauftreff Bad Zurzach anhängen und mit ihnen "Znacht" essen gehen. Ich war echt froh, nicht zu Hause in der Küche nochmals einige Meilen laufen zu müssen und konnte so in der "Ochsen"-Gartenwirtschaft wieder Kraft tanken. Ich denke, vielen Laufkollegen ging es an diesem 3. September auch so - sie waren froh, zu Hause hinsitzen und den Abend geniessen zu können.

.... und wir werden "alle" mit grosser Wahrscheinlichkeit demnächst wieder vom Lauf-Virus befallen!

Jacqueline Keller
 
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