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18. Gornergrat - Zermatt Marathon

Am schönsten Berg rauf - und nicht ganz freiwillig auch wieder runter

Ich bin am Vortag früh angereist, dann zügig auf Sunnegga gefahren, um dann zum Stellisee auf Fotopirsch und das blankgezogene Matterhorn einzufangen. Ich wurde fündig: Das kleine Seeli davor hat kaum Wellen. Das reicht für wunderbare Spiegelbild-Aufnahmen. Man sollte hier oben übernachten und das Horu bei Sonnenaufgang im See spiegelnd einzufangen.

Nun, mein gewähltes Hotel, das Beau Site, ist perfekt. Zentral gelegen, top Aussicht, mit Schwimmbad, Hot Pot, Sauna und mit der Möglichkeit sich auf dem Liegestuhl zu «suhlen» und das Horu schon mal zu kitzeln. Kommt dazu, dass hier die U20 Berglauf Elite von Italien, Frankreich und Deutschland ihre Unterkunft haben. Hmmm, irgendwie kommt mir Germanys Next Top Model in den Sinn – sorry. DIE Bergläufer Staturen welche einen Tag nach mir anlässlich der Berglauf EM den Berg hochhageln werden.

In vier Blöcken und über einem Art Tropfenzähler werden wir den Marathonis und Ultras, die von 1100m es auf über 3100m hochwagen, beigemischt. Aber selbst die Halbmarathonis sind fast immer über 2200m unterwegs was an sich schon mal 20% mehr Flüssigkeitsverlust bewirkt.
Es ist Sonne puur aber Gewitter sind angesagt. Diesmal nehme ich die Camelback mit, Trinken, das «gruusige» Gel mit Mineralsalzen, Magnesium, Riegeln, Regenschutz, Mobile mit geladenen Karten mit – ein Package, das sich noch als zweckmässig wie sich herausstellen wird - wie auch Regenschutz mit. Irgendwann fand ich, dass es sich mit etwas mehr Gewicht (am Rücken) besser bergwärts läuft, weil man weniger gebückt ist. Soweit alles gut bis Sunnegga. Etwas Ehrfurcht hatte ich vor Krämpfen im ruppigen Teil talwärts vor dem Grünsee wo Trail-Geschicklichkeit und Sprungkraft-Reserven gefragt sind. Und genau da und deshalb passierte es – ähnlich wie 2014. Das musste wohl so sein. Wadenkrampf der Erste. Nachher «süüferli» runter dennoch trafs dann auch noch die andere Wade. Nun, Datasport / Fit for Life lieferte das Rezept: Man weiss ja nur wenig über Krämpfe und weshalb diese auftreten und was man wirklich dagegen tun. Klar, wenn man sehr gut trainiert, geübt und wenig erschöpft ist, ist es sicherer. Aber eines ist nun bekannt. Gurkenwasser, das soll wirken. Nur schon Gurgeln mit dem Saft aus dem Essiggurkenwasser hilft gegen einen fehlerhaften Reflex im Rückenmark. Gurkenwasser (oder seit 2017 Sponsor «Muscle Relax», ja das hätte ja noch Platz gehabet in der Camel Back 😉😉. Mehr zu lesen auf www.fitforlife.ch/artikel/essig-als-krampfloeser. Also, man soll sich nicht wundern, wenn bei der Auslegeordnung für einen Wettkampf plötzlich ein Glas Essiggurken dabei ist.

Es gibt weiter verschiedene Passagen, welche oft auch mit glitschigen Steinschroppen gespickt sind und gute Konzentration, Trittsicherheit und läuferisches Geschick erfordern. Auf Riffelalp ging es entlang der Schienen des höchst gelegenen Trams Europas zum Ressort. Man wird bei Kapell-Musik freundlich links hoch gewiesen. Dort ist es aber derart steil, dass man für die folgenden 3 km schon mal gegen eine Stunde benötigen kann. Wenn man vor dem Hotel Riffelberg ins Ziel ist, so täuschtes. Es sind nicht nur die geschätzten 100 m, es sind satte 666 m und viel Höhe. Gut gestylt geht es dann runter ins Ziel. Schon Gänsehautfeeling dort durchs Ziel zu rennen bei der Kulisse.

Nach dem Duschen mit viel Glück gerade noch in den hintersten GZB Zug «gewäpft», den Sitzbank herunter gelassen und abgefahren. In Riffelalp steigen nur wenige Helfer zu. Sie ermahnen uns, sich festzuhalten denn man wisse nie, wenn es bremse. Wieso nur rufen sie uns das zu? Haben sie Erfahrungen gemacht? Übervoll war der Zug nun wirklich nicht. Doch - nach 250 m fahrt talwärts bremst es scharf. Wow – die Notbremse einer Zahnrandbahn zieht aber! Man müsste sich auf den Bänken eigentlich angurten denn wir rutschen. Ob wir ein Signal überfahren hat – es steht eines gleich neben uns? Es geht recht lange, dann kommt der Lokführer zurück und hantiert am Schaltkasten. Nach einer Weile, dann weiterfahrt und nach 150m wieder Notbremsung und viel blauweisser Rauch von allen Bremsscheiben so dass wir schnell die Fenster schliessen. Es sei hier angemerkt, dass die Normalbremse über die Widerstände auf dem Wagendach führt und nicht über die Scheibenbremsen unten an den Rädern – diese sind eigentlich die Feststellbremse. Aber wie war das mal mit meinem Auto? Ich musste ja auch schon mein Auto mit der Handbremse stoppen da die Fussbremse in 2 Sekunden durchgedrückt war. Etwa so kam mir die Zugbremsung vor. Hmmm, wir warten auf irgendwas. Nach einer Ewigkeit kommt der Lokführer vorbei, hantiert wieder und sagt, wenn er nicht runter fahren können dann versuchen wir es eben bergwärts. ABER: es geht runter statt hoch. Ähm, wie wäre es, einen Zug als Bremshilfe anzukoppeln oder unten einen rollenden Prellbock vorzuhalten?  Irgendwann kam dann ein Zug von oben und wurde angekoppelt. Dann konnten wir – mindestens jede, die nicht ausgelaufen hatten 😉 – aussteigen. Oder vielmehr auf dem Kabelschachtdeckel springen und 400m scharf entlang des Zuges zur Bahn hochsteigen. Viele entschieden sich nach Zermatt herunter zu laufen. Es begann zu regnen. Gut, dass ich Regenschutz und heruntergeladene Karten mit auf der Strecke dabei hatte. Teilweise stiegen wir die EM Berglauf Strecke vom Folgetag runter (die Verpflegung war noch nicht dort). Letztendlich waren wir gleichzeitig wie die erste Bahn nach den Rangierarbeiten unten.

Gewaltige Stimmung, anspornendes Publikum, aufmerksame freundliche Helfer – es hat mega Spass gemacht. Danke!

Markus Füglister
 

 

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