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Davos X-TRAILS – Ed. 1

Neustart in Davos

35 lange Jahre lang war der Swiss Alpine schweiz- und europa- zeitweise sogar weltweit eine Marke. Mit der Organisation von vielen andern Ultras und andern Trail- und Laufwettkämpfen in den Bergen, verlor er (leider) ca. seit der Jahrtausendwende stetig an Bedeutung. Kam hinzu, dass man ebenso stetig an den Strecken(längen) herumschraubte und es für uns Läufer (im nachfolgenden Text sind IMMER beide Geschlechter gemeint) schwierig war, sich mit sich selber und andern zu vergleichen.
Letztes Jahr wurde bekannt, dass der langjährige Chef-Organisator die Marke Swissalpine mit nach Chur genommen habe und dort, ab 2023, einen Swissalpine organisieren wolle. Man wird sehen…
So blieb den Davosern nichts anderes übrig, als den Lauf quasi neu zu erfinden. Meiner Meinung nach ist das gut gelungen: mit den Ausdrücken «Bronze» (für 10 km), «Silver» (für 23 km), «Gold» (für 43 km) und «Diamond» (für 68 km) hat man passende Namen, für gleichbleibende Strecken gefunden. Als Auftakt wurde am Vorabend in Davos ein Kids-Run organisiert. Mit gesamthaft rund 1600 Teilnehmern war man noch nicht ganz zufrieden mit der Resonanz. Zukünftig erhofft man sich um die 2500 Teilnehmer (zum Vergleich: schon bei der «verrückten» Première im 1986 liefen über 1600 Läufer mit… aber da war der «Alpine» weltweit der einzige Berg-Ultralauf).

Ich tat mich sehr schwer mit meiner Streckenwahl. «Diamond» war kein Thema – aber der Goldene?! Nach langem Hin und Her entschied ich mich für den «Silber»-Lauf und war sehr, sehr froh um meine Wahl: Denn: kaum jemand im Unterland glaubt unseren Schilderungen nach der Rückkehr, dass wir bei rund 10 Grad (Start in Klosters) sowie teilweise Hagel und Schneefall (Gold- und Diamantläufer über die Pässe) sowie Regen laufen mussten. Ich empfand die Temperaturen und den Regen beim Silber-Lauf (ehemals K23) als kühl und ziemlich unangenehm und wollte mir ein Laufen auf dem Panoramatrail bei Nullgrad-Temperaturen gar nicht erst vorstellen. Da sich das Wetter aber während des ganzen Tages abwechselte, es gab sogar Sonnenschein, dann wars wieder bewölkt, usw., blieb die Veranstaltung von grösseren medizinischen Schwierigkeiten verschont. Gut so! Denn: die Davoser gaben sich alle Mühe, uns einen schönen, stimmungsvolle Anlass zu präsentieren. So fand ich es eine tolle Idee, dass ich nach meinem Einsatz auf der Grossleinwand im Stadion den «K68» verfolgen konnte. Etwas, was ich auch noch nie erlebt habe und was ich als gar nicht so schlecht empfand: man erhielt am Start einen (faltbaren!) Mehrwegbecher, welcher mitzutragen war und mit welchem die flüssige Verpflegung eingenommen werden musste. Auch ich war vor dem Start skeptisch, aber es funktionierte tatsächlich! Ganz im Sinne von: «Oepper mues jo met Omwältschotz afoh… au im Chline!». Ebenso berücksichtigte man bei Vielem das einheimische und regionale Gewerbe. Ob der Davoser «X-Trail» ein Super-Erfolg werden wird, bezweifle ich – leider – trotzdem. Zuviele andere «Kraxliläufe» finden im Sommer in ganz Europa statt und die nehmen sich natürlich gegenseitig Teilnehmer weg (bereits eine Woche nach dem «X-Trail» findet in unmittelbarer Nähe der «Irontrail» statt und der «Gondo-Marathon» ist ja auch nicht am Ende der Welt). Persönlich sehe ich es so: Wir – mittlerweile 55 – ca. 80-Jährigen – haben in den Anfangszeiten des Swissalpine eine wunderbare Lauf-Zeit erleben dürfen und das kann uns niemand mehr nehmen! Ganze Gruppen aus Skandinavien, den Benelux-Ländern und Deutschland kamen für eine oder zwei Wochen nach Davos angereist und trugen so zu einer ganz besonderen Stimmung bei. Rückblickend bin ich persönlich unglaublich dankbar um diese Vergleiche mit den damals besten Ultraläuferinnen aus allen Ländern. Auch sie waren «nur» Läufer und hatten mit den Tücken der Strecken(länge) zu kämpfen. «Nur Menschen» waren diesmal auch Dario Cologna und Jason Rüesch. Bescheiden standen sie im Startfeld des 23ers in Klosters und gaben, 5 Minuten vor dem Start (!), mitten im Startfeld (!) seelenruhig Interviews. Jason Rüesch beendigte den 23er als 3. und Dario Cologna wurde 6., wobei er eine leise Enttäuschung nicht verbergen konnte. Der 23er war übrigens rund 800 m, bzw. 4 Minuten, «länger» als bei den letzten Ausgaben. Grund: der Start war (praktischerweise) gleich hinter dem Bahnhof Klosters, bei der Mehrzweckhalle, wo wir uns umkleiden konnten. Mir liefs gut. Natürlich hatte ich auf den schrägen Wiesenpassagen beim Rückweg aus Monbiel zum Eingang der Selfrangaschlucht etwas zu kämpfen. Dies ist nicht meine favorisierte Unterlage. Die Schlucht hoch gings für eine ältere Dame passabel und nach dem Wolfgangpass kam ich so richtig in einen guten «Flow». Zusammen mit einem jungen Mann überholte ich noch zwei Frauen und etliche Männer. Nach der Kreuzung der Flüelapass-Strasse bog dieser junge Mann ebenfalls in Richtung Flüelapass ab. Kurz studiert («das goht doch rächts weg»), aber dennoch dem jungen Läufer hintennach… in die Sackgasse vor dem Bikepark… Rechts umkehrt und all den vorher «Geschnappten» hinterherlaufen! Gemäss meiner Sportuhr kostete uns dieses Malheur genau 1 Minute 35 Sekunden… Aber ich kann Euch sagen: meine Moral war angeknackst und plötzlich gings nicht mehr so locker. Zum Glück stand mein Bruder Bruno noch eingangs Dischmatal, rund 3 km vor dem Ziel, was ein Aufsteller war. Ich schnappte zwar nochmals einige Läufer, aber die Luft war draussen. Trotzdem war ich mit meiner Zeit von 2h 17.43 zufrieden am Ziel. Schön, dass mit Brigit Humbel eine Frau aus dem Nachbardorf Birmenstorf Kategorienzweite wurde bei den 60-Jährigen. Gefreut hat sich auch Kollege Beat Ummel aus Suhr, welcher 3. ‘bei den 60-jährigen Männern wurde. Aus dem unteren Aaretal lief noch Edith Zihlmann gut mit. Fazit: mir hats sehr gefallen und es wäre schön, wenn die Schweizer Laufgemeinde die Anstrengungen des neuen Davoser OK’s honorieren würde und inskünftig ende Juli wieder einen Abstecher ins Landwassertal machen würde.

Jacqueline Keller (mit vielen schönen Erinnerungen «an Davos» seit 1986)

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