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Lauffest durch die Toscana Deutschlands
11. Marathon der Deutschen Weinstrasse , 15. April 2018

Schon im letzten Herbst habe ich mich – nach 8-jährigem Unterbruch – bei meinen Lauffreunden Daniela und Peter Nusseck (www.nusseck.ch) für die von ihnen organisierte Reise an den Marathon der Deutschen Weinstrasse angemeldet. Angemeldet hatten sich auch Karin und Jürg Erne, welche auch gleich Jürgs Mutter Maria für diesen tollen Ausflug mitnahmen. Leider konnte dann Jürg infolge Verletzung und Karin, nach erst erfolgtem medizinischem Eingriff, nicht an einem der Läufe mitmachen. Schön, dass die beiden “trotzdem” mitgekommen sind (und dann hoffentlich in zwei Jahren mit vollem Power dabei sein können).
Der Marathon der Deutschen Weinstrasse wird nur alle 2 Jahre ausgerichtet, was ihn so speziell und begehrt macht. Bereits im Januar war der Halbmarathon ausgebucht. Wer Geduld hatte, wurde “trotzdem” belohnt: in der Vorwoche der Veranstaltung “hagelte” es verletzungsbedingte Forfaits und so konnten hoffentlich alle starten, welche wollten. Wobei: ein Schleck ist dieser (Halb-)Marathon keinesfalls: fast pausenlos gehts “rauf und runter”, sodass am Schluss 240 bzw. 495 Höhenmeter zusammenkommen Die Mühen der Steigungen, Richtungs- und Tempowechsel werden aber belohnt mit einer fantastischen, verkehrsfreien Strecke entlang der Weinstrasse und – bei gutem Wetter – tollen Weit- und Ausblicken von eben diesen Weinbergen. Viele Bäume stehen in voller Blüte und – wir laufen ja an einem Sonntag – die Strecke gleicht in den Weinorten teilweise einem Schaulaufen durch enge Publikumsspaliere. Obwohl ich kaum etwas hörte, bekam ich die gute Stimmung entlang der Strecke bestens mit... auch in der Nase! Denn: in einigen der Orte gibts Rieslingfässer mit Schwämmen, welche man über sich ausdrücken kann. Ich verzichtete darauf – irgendwie schmeckt der Riesling nach der Wasserdusche und dem Anziehen von frischen Kleidern aus einem Glas besser...
Obwohl man bereits am Samstag in Bockenheim (Startort) die Nummern abholen konnte, gabs am Sonntagmorgen nochmals einen Riesenandrang. Um fünf vor Zehn (Startzeit wäre 10 Uhr gewesen) waren immer noch nicht alle Nummern verteilt und erst als die Letzten mit der angehefteten Nummer an den Start eilten, wurde dieser freigegeben. Die Läuferschlange wand sich nun – ich habs erwähnt – Weinberg hoch-Weinberg runter und um zig Ecken nach Kleinkarlbach oder Bad Dürkheim, wo die entsprechenden Wendepunkte waren. Danach gings teilweise auf identischen Pfaden retour. Immer begleitet wurden wir von der Sonne und frühlingshaften Temperaturen.
Ziel zufrieden erreicht
Vor 10 Jahren, 5 Monate nach einer Achilles-Sehnen-OP, nahm ich das letzte Mal am Halbmarathon teil. 1h41.33 war damals meine Zeit und ich war, in Anbetracht des Trainingsrückstandes, sehr zufrieden. Was macht wohl das Alter aus? Sind 1h45 ein realistisches Ziel? Ich gebs zu: Primär wollte ich 1h45 schaffen und gerne aufs Kategorien-Podest laufen! Beides gelang mir und hocherfreut war ich, als ich meine Zeit erfuhr: 1h41.23. Somit gelang mir auch der Kategorien-Sieg, was mich sehr freute (und meinen Mann wohl auch... gabs doch 3 Flaschen feinsten Pfälzer-Wein als Preis!). Dass der Weinstrassen-Marathon ein veritabler Volkslauf (HM und Marathon mit insgesamt ca. 3’500 Teilnehmern) ist, sieht man auch an meinem Overall-Rang: 5. Frau – wann hats das zum letzten Mal gegeben? Ich weiss es ehrlich nicht mehr...
Nach den Zieleinläufen verteilten sich die Fans und die Läuferschar auf die Wiesen um den Park am Weintor von Bockenheim oder auch in der riesigen Festhütte. Die meisten gönnten sich nun ein Weizen oder  ein (oder zwei, drei) Glas Marathon-Wein – dies war ein spritziger klassischer Riesling. Für 3.50 Euro gabs Bratwurst mit Brötchen... aber das reicht ja nirgends hin: Ein (Halb-)Marathon gibt Hunger und diesen stillt man sich doch mit einem Marathonteller. Für 10 Euro konnte man die vernichteten Kalorien mit dem Gala-Menu Bratwurst, Saumagen, Leberknödel, Sauerkraut und Brot wieder auffüllen. Wer keine Lust auf Pfälzerkost hatte, der konnte sich für 2 Euro eine Portion Pommes Frites holen. Es versteht sich von selbst, dass auch das Kuchenbuffet grandios war!
Die Nussecks haben uns auch diesmal ein wunderbares Wochenende geboten: Hinfahrt in bequemem Kleinbus (Huber-Reisen, Entlebuch), komfortable und herzliche Unterkunft in der Pension Petry mit schönen Zimmern und Frühstück, welches sogar laufkonform ist sowie einem Ausflug nach Bad Dürkheim, der Salinenstadt am Samstag. Nicht genug damit: Am Samstagnachmittag wurden wir auf einem typischen Pfälzer Weingut mit einer Weindegustation verwöhnt. Die zwei Schwestern Gaul stellten uns kompetent ihre Zugpferde vor (sie sagten das wirklich!).  Dorothee und Karoline Gaul führen das Gut www.weingut-gaul.de und sie bewarben nicht nur ihre eigenen Rebensäfte, sondern gaben uns auch viele interessante Informationen weiter. Drei davon sind mir geblieben: bei den Gauls werden 70 % der Reben von Hand gelesen. Ein Drittel der Rebberge Deutschland ist in der Pfalz angesiedelt und die Weine sind – obwohl es oft kühl ist – sehr gut. Die Böden sind sehr kalkhaltig.
Aber was erzähle ich da alles.... ein verlängertes Weekend in der Pfalz lohnt sich nicht nur für Läufer! Gönnt Euch doch mal einige Tage in dieser schönen Region. Unzählige schöne kleine Pensionen laden ein.

Zur Pfalz gehört der Wein
So pfeif ich denn auf Malz und Hopfen
Und gönn mir gerne einen edlen Tropfen!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Lauffrühling.
Jacqueline Keller
P.S. Weitere schöne Bild-Eindrücke unter www.laufreport.de