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Seit 25 Jahren Schweizer Spitzenqualität  -  Der Jungfrau-Marathon

”Der Jungfrau-Marathon beginnt schon im Februar” – diese Zeilen, welche in der Sonntags-Zeitung zu lesen waren, machten neugierig und ich erfuhr dann, dass im Februar, nach vier Tagen und einige Stunden besagter Marathon ausverkauft gewesen sei.
Nach meiner verletzungsbedingten Aufgabe im Vorjahr und entsprechender Unlust auf diesen Lauf danach, interessierte mich der Termin, mitten im Winter, einige Wochen vor dem “Engadin Skimarathon”, überhaupt nicht. Ich genoss das ruhige Gleiten durch den Stazerwald und romantische Steigungen ins Val Roseg oder Val Bever...

Ende Juli – auf dem Weg zu einem Arzttermin nach meiner Sommervirus-Erkrankung – erreicht mich eine SMS-Nachricht: “Jacqueline, ich habe eine Jungfrau-Marathon-Startnummer ergattert....” weiterlesen musste ich nicht.... “ich will auch und wo ein Wille ist, da ist ein Weg”.
Sofort schrieb ich Michelle Notter zurück, dass ich zwar alles andere als fit sei, aber bis zum 8. September sollte das mit meiner Grundlage möglich sein! War es und ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Erreichten (na ja, der immer noch vorhandene sportliche Ehrgeiz hätte gerne eine 4.29er-Zeit gehabt     ). Uebrigens: ab anfangs August ist es ein Leichtes, in den verschiedenen Startnummern-Börsen zu einem Startplatz zu kommen. Michelle gelang dies bei Riccardo, mir bei Marathon4you und viele schafften dies bei Facebook. Um nochmals auf den Sonntags-Zeitungs-Artikel zurückzukommen: Es wird dort geraten, Kombinationen mit Walking und Einheiten auf dem (Renn-)Velo einzustreuen und auf der Original-Strecke zu trainieren! Beides machten Michelle und ich: Ich genoss abendliches Walkings auf den Schwabenberg, mit Barfuss-Pfad-Pause ebenso wie mein Schlusstraining auf dem Bike, anlässlich des Slow-up Albula eine Woche vor dem Marathon. Zudem rannten Michelle und ich am 18. August die Strecke von Lauterbrunnen zur Kleinen Scheidegg. Ich war mir danach ziemlich sicher, dass ich doch noch in einer für einen Kategorien-Podestplatz akzeptablen Form sei. Für einmal “belastete” ich mich überhaupt nicht mit dem Blick in die Startliste (und ich hielt es durch!). Das war sicher auch nicht schlecht – so konnte ich von Beginn weg mein eigenes Rennen laufen.
Michelle und ich machten ab, dass wir mit dem 4.30er-Zugläufer mitgehen würden. Für Michelle, jung und schnell, war dies kein Problem. Ich spürte irgendwie, dass dieses angeschlagene Tempo für mich zu schnell war. Schon nach ca. 5 km beschied ich Michelle, dass ich nun abhängen würde (zum Glück – denn ich erfuhr nach dem Lauf, dass besagter Zugläufer einiges zu zügig unterwegs gewesen sei.... übrigens ist meiner Meinung nach ein Zugläufer auf einem Marathon mit zwei total unterschiedlichen Hälften so oder so ein Wagnis).
Nach ca. 18 km, kurz vor Lauterbrunnen, holte ich Michelle ein und ich hoffte sehr, dass sie nun keinen “richtigen” Einbruch erleben würde. Das war so: Michelle, vorbereitet mit vielen langen und bergigen Einheiten, konnte ihr Tempo einpendeln und erreichte schlussendlich die Kleine Scheidegg unter der magischen 5 –Stunden-Grenze. Ihre 4.57 h sind eine gute Zeit für die eigene Première und die noch “geringe” Erfahrung.

Auch mein Lauf pendelte sich ein und nach Lauterbrunnen hatte ich meine besten Momente. Obwohl mich kurz vor Wengen noch einige Berner Lauffreunde mit Cola versorgten, hatte ich danach eine leichte Krise. Auch Jacqueline ist in der Neuzeit angelangt und so nahm ich erstmals in meinem Leben an einem Wettkampf einen Gel zu mir. Gut war er überhaupt nicht – aber er tat gut (und ausprobiert haben wir es anlässlich unseres Trainingslaufes). Im Bereich Wengernalp hatte ich mich wieder erholt. Runter ins Wixi und dort achtete ich einen kleinen Moment nicht, dass neben dem Cola der Sporttee-Becher stand. Einen Schluck genommen – und schon zog sich mein Magen zusammen. “Meine Güte”, dachte ich.... drei Schritte retour.... drei Becher nebendran Cola genommen.....   und mir war sofort wieder wohler! Weiter gings. Ich hatte wieder Kraft, doch die nützte nicht mehr viel, denn auf dem Bergwanderweg vom Wixi zur Moräne ist das Ueberholen sehr schwierig und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich wohl nur um weniges schneller hätte “laufen” können. Es gelang mir noch, vor der Moräne 2 – 3 Läufer zu überholen und so konnte ich auf der Moräne dann doch in für mich flottem Tempo noch laufen. Obwohl ich mir beim Runterlaufen von der Lauchernfluh ins Ziel grosse Mühe gab, wurde ich noch von einigen Läufern und Läuferinnen überholt. Nach 4h35 erreichte ich das Ziel. Datasport sei Dank wusste ich schon bei der Konsultation meines I-Phones in der Garderobe – und der entsprechenden Nachricht von Fabian von zu Hause – dass es geklappt hatte mit dem Podestrang. Nur zwei Minuten hinter mir kam mit Corinne Hofstetter schon die nächste ältere Dame. Vor mir ist übrigens eine ehemalige Gesamtsiegerin klassiert: Swetlana Netschajewa aus Moskau beweist mit ihren wiederholten Teilnahmen, auch als Altersklassenläuferin, dass dieser Lauf etwas gaaaaanz Besonderes ist! Mir kommt spontan wirklich nichts in den Sinn, was man besser machen könnte. Ein Detail – mit Seitenhieb – am Rande: Seit 25 Jahren (zum 26. Mal) gibt es diesen Lauf, man hat an der Strecke (ausser bei Schlechtwetter) nicht geschraubt, das Grundgerüst immer beibehalten – und die Leute kommen immer noch, und zwar in Scharen. Gäbe es ein Sportkultur-Erbe der Unesco: der Jungfrau-Marathon gehörte dazu!
Michelle und ich genossen mit über 4000 glücklichen Finishern (3000m und 1000w) den Prachtstag auf der Kleinen Scheidegg so lange es ging. Nach dem letztjährigen Regen-Anlass eine richtige Wohltat.

Erwähnen möchte ich gerne noch, dass sich unsere Tochter Stefanie und ihr Mann Dan relativ spontan noch als Helfer am Marathon gemeldet hatten. Sie wurden (O-Ton Veranstalter) “bei jedem Wetter” beim Ziel-Bierstand eingeteilt... und konnten sich über fehlende Arbeit nicht beklagen. Als auch der Besenläufer sein verdientes Bier getrunken hatte, konnten die Beiden mit dem Abräumen beginnen. Und ganz gerne erwähne ich noch, dass wir aus unserer ehemaligen Turgemer Bezirkschul-Klasse zu Dritt an diesem Wettkampf teilgenommen haben:
Guido Häfliger, nun in Oberkirch wohnhaft, siegte bei den M55 (!) und Heidy Fässler-Zimmermann, nun in Willerzell wohnhaft, beendete den Lauf ebenfalls in guten 5 3/4 Stunden.

Danke Michelle, dass Du meinen schlummernden Marathon-Nerv getüpft und geweckt hast. Ich bin froh, die Scharte vom 2017 ausgewetzt zu haben. Schliessen möchte ich mit einem letzten Zitat aus der Sonntags-Zeitung:  “Dieser Wettkampf ist für jeden Athleten eine Gratwanderung”.

Dem hat auch Jacqueline Keller nichts mehr anzufügen!



 
 F55  
 3. Jacqueline Keller 4.35.11
    
 F20   
 66. Michelle Notter 4.57.18