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Die Fricktaler Höhenweg Winter Edition
oder warum man länger an seinem Schokoladenriegel hat

Es ist Samstag der 5. Dezember 2020. Wir haben 7 Uhr und so langsam erwacht Rheinfelden aus seinem Schlaf.
Am Kiosk des Bahnhofs wechseln die ersten Tageszeitungen ihren Besitzer teilweise gepaart mit einem dampfendem Becher auf dem steht Coffee-ToGo.
Pünktlich um 07:35 fährt der Zug aus Richtung Frick in den Bahnhof ein. Jaqueline, Martin, Jan und Frank steigen aus. Die Stimmung ist sichtlich, trotz der klirrenden Kälte gut und entspannt.

Noch schnell ein Vorher-Foto und dann geht es auch schon los. Wir folgen dem blauen Schild mit der Aufschrift: Fricktaler Höhenweg Rheinfelden - Frick- Mettau, Distanz gesamthaft 60km. Laut Initiator Max Mahrer eine Höhenroute die als Mehrtagestour „narrensicher“ markiert ist.

Auf den ersten Kilometer ist das Gelände noch eher flach aber schon nach der Überquerung der Autobahn A1 sollte es sich das ziemlich bald ändern. Die ersten Anstiege konnten wir noch mit einem schnellen Tempo meistern. Doch dann ging es hoch zum Aussichtsturm auf dem Sonnenberg (632m). Oben angekommen machten wir eine kurze Verschnaufpause, ein paar Erinnerungsfotos wurden geknipst und dann ging es schon wieder weiter.

Hier oben war klar der Winter hatte Einzug gehalten. Der Wald lag schneebedeckt vor uns und die gefühlte Temperatur lag schon lange unter Null. Beim ersten längeren Abstieg in Richtung Zeiningen stiess Sonja (die dem Ruf Jan`s gefolgt war) zu und begleitete uns ein Stück bis zum auf die andere Seite von Zeinigen liegendem Chriesiberg. Anschliessend drehten wir eine kleine Ehrenrunde, da wir durch den vielen Schnee den eigentlichen Weg als solchen gar nicht wahrgenommen hatten. Aber bei einer Gesamtlaufleistung von 60 Kilometer nur ein Tropfen auf dem Stein. Vorbei am Flugplatz Schupfart stand nun der Aufstieg zum höchsten Berg des Fricktals dem Tiersteinberges auf dem Programm.

Oben auf dem First angekommen zeigte sich die Natur von ihrer winterlichsten Seite. An Hand der gemachten Foto`s hätte man den Eindruck erwecken können das wir irgendwo in den tiefsten Bündner Bergen unterwegs gewesen waren.

Zwischendurch verlangte mein Motor immer wieder seinen Brennstoff um trotz der klirrenden Kälte meine Körpertemperatur aufrecht halten zu können. Eines der schönsten Dinge an solchen Läufen ist es, dass man ohne schlechtes Gewissen, den ein oder anderen Schokoriegel mehr als sonst essen darf. Nur bei einer gefühlten Temperatur von minus 5 Grad wird auch das Essen eines solchen Riegels zu einer regelrechten Herausforderung.

Nach gut 4 Stunden kommen wir am Bahnhof Frick an. Halbzeit! Die ersten 30 Kilometer sind geschafft. Fast zeitgleich trifft Chrissi (meine Kavallerie) am Bahnhof ein. Ich bekomme neue Schuhe, trockene Kleidung und heissen Tee. Was für eine Wohltat. Für noch etwa weitere 20 Minuten gönne ich mir eine Pause, halte einen Schwatz mit Chrissi über das weitere Vorgehen und trinke eine weitere Tasse heissen Tee. Der Rest der Hörner verabschiedet sich in Frick und tritt den Heimweg an. Ich packe meinen Rucksack und mache mich alleine auf den zweiten Teil des Höhenweges.

Es geht weiter in Richtung Frickberg den ich aber nur streife und rechts daran vorbei laufe. Kurz nach Mittag sieht es so aus als schaffe es die Sonne kurzzeitig durch den dichten Nebel hindurch zu brechen. Aber nur fast, es bleibt kalt. Als nächstes besteige ich den Schienberg. Durch den vielen Schnee und dem steilen Anstieg, war es mir fast nicht möglich überhaupt noch schnell zu joggen. Es fühlte sich eher wie ein zügiges Gehen an. Aber die Hauptsache war in Bewegung bleiben um nicht arg an Temperatur zu verlieren. Als nächstes war dann der Cheisacher mit seinem Aussichtturm dran. Wären die Sichtverhältnisse an diesem Tag besser gewesen hätte ich es mir auch nicht nehmen lassen auf den Turm hinauf zu gehen. Doch ich entschied mich ohne Halt weiter zu laufen. Kurz vor dem Bürersteig zeigte meine Uhr 50 Kilometer an. Juhu es ist bald geschafft. Doch da hatte ich die Rechnung ohne das Bürerhorn und den Laubberg gemacht. Der Aufstieg zum Laubberg und der Weg entlang seines Kamms brachten mich, kurz vor dem ersehnten Ziel auch ziemlich an meine Grenze. Der Wind der über die Anhöhe des Laubberges pfiff war mittlerweile so kalt gewordenm dass ich mir vorstellte, wenn ich jetzt stehen bleibe, würde ich mich in einen Eiszapfen verwandeln.

Doch auch das ging vorbei. Beim Abstieg mit Blick auf das Ziel Mettau war auf einmal alles viel leichter (und wärmer). Das Ziel in greifbarer Nähe, noch ein letzter Blick auf den Kilometerzähler. 57 Kilometer! Da sprach meine Innere Stimme zu mir: Wag dich jetzt bloss nicht auf zuhören. Auf dem Schild stand 60 Kilometer also mach voll!! Gesagt, getan. Man soll sich selbst ja nicht widersprechen. Kurz darauf treffe ich am Parkplatz in Mettau ein, wo Chrissi mich schon mit dem restlichen warmen Tee und ner Flasche Cola erwartet. Geschafft! Jetzt noch schnell das Nachher-Foto und dann ins warme Auto und ab nach Hause.

Den Fricktaler Höhenweg werde ich im 2021 mit Sicherheit nochmals laufen. Diesmal aber die Variante Mettau-Frick-Rheinfelden und auch wenn der Dezember seinen Reiz hat lieber dann als Sommer Edition.

Sportliche Grüsse

Stefan Stiehl