
Sonntags-„Vergnügen“ im nahen Ausland
35. Wehratallauf vom 13.09.2026
Am Samstag (12. September 2026) war ich Teil des sehr kleinen Trüpplis, welches die Horn-Runde unter die Füsse nahm. War es die „jüngere“ männliche Begleitung oder einfach „mal wieder die Original-Horn-Runde“ – jedenfalls fühlte ich mich nach dem Training wieder mal so richtig gut. Provisorisch hatte ich für einen Long Jog abgemacht und als dies am Samstagnachmittag verworfen wurde, machte ich mich im Internet noch schlau nach einem kleinen Lauf in der Nähe. Ich hätte noch eine Startnummer für die Mitteldistanz-OL-Meisterschaft haben können, doch es war mir zu riskant, für rund 4 km Luftlinie in den Jura zu fahren und dann dort mehrheitlich Posten zu suchen anstatt zu finden.
Und siehe da: ich „fand“ den Wehratallauf! Diesen Lauf hatte ich schon soooooo lange auf meiner „To do-Liste“. Schnell noch Laufkollegin Brigit Humbel gefragt, ob sie mich begleiten würde (ich wusste, dass ihr Mann am OL war). Bingo: sie sagte zu! So fuhren wir zwei Seniorinnen über den Bözberg, kurz auf der Autobahn, verliessen diese in Stein und kamen nach rund ¾ Stunden im ca. 10 km hinter Säckingen gelegenen Wehr an.
Wir hatten richtig viel Zeit dort und deshalb auch viel Zeit zum Einlaufen. Dies zahlte sich aus. Ich zitiere Teile der Ausschreibung:
„Anspruchsvoller, sehr interessanter Streckenverlauf, 10,2 km; insgesamt fast 200 Höhenmeter. Nach dem ersten Kilometer folgt ein 870 m langer Anstieg entlang des Wolfristkopfes, usw., usw…… weiter ins Haseltal, an den Erdmannshöhlen vorbei, wieder Aufstieg, und nochmals Aufstieg zum Wolfsristkopf, usw., usw., am Schluss leicht bergab und „Ehrenrunde“ im Frankenmattstadion“.
So lief ich mal die ersten rund 1,5 km ein und konnte mir schon ein Bild machen vom Aufstieg in Richtung Wolfsristkopf. Danach etwas Ruhe bis zum Start. Es waren 167 Läufer und 61 Läuferinnen am Start. Ich versuchte, „langsam“ anzulaufen, was gelang. Zum Verständnis: den ersten Kilometer legte ich in 5.04 Min. `zurück, den zweiten in 6.10 Min. ùnd den dritten dann in 4.56 Min. Da ging es dann bereits ein paar Meter hinunter. Wir vernichteten 95 Höhenmeter auf den ersten 3 Kilometern. Am Schluss waren es dann genau 100 Höhenmeter mehr!
Aber es lohnte sich: der Lauf bot schöne Aussichten in den Schwarzwald und vor allem die Passage durchs Haseltal, vorbei an den Erdmannshöhlen (dies wäre ein schöner Ausflug mit (Enkel-)Kindern) und wieder hoch ins Gebiet Seeboden (in der Nähe ist der Wehratal-Stausee) ist richtig malerisch und lässt leider trotzdem die Anstrengung nicht so richtig vergessen. Nun, nur bei km 8, als wir nochmals unter dem Wolfsristkopf vorbeikamen – und uns drei Alphorn-Spieler aufmunterten – musste ich fast marschieren. Runter gings dann flott und eigentlich ganz gut liefen auch die letzten Kilometer wieder zurück nach Wehr ins Stadion. Ich hatte endlich wieder mal ein gutes Laufgefühl und war ziemlich erstaunt, dass da noch richtig viele Läufer*innen nach mir ins malerisch gelegene Stadion einliefen.
Leider habe ich Bier nicht gerne und musste somit aufs Finisher-Rothaus-Bier verzichten. Aber auch der Sporttee schmeckte gut. Meiner Freundin Brigit liefs auch gut. Sie laborierte lange an einer Verletzung herum und hatte vom Samstag her auch noch eine Radausfahrt in den Beinen.
Bei feinstem Gebäck sassen wir an der Sonne und schauten noch den Jugend-Läufen zu. Diese waren „ausverkauft“ – es waren da also keine Nachmeldungen möglich. Die Rangverkündigung ist halt (wie meist in Deutschland) etwas lang, doch gibt man sich sehr Mühe mit Pokalen und Köstlichkeiten aus der Region. Anzumerken ist noch, dass auch ein (Nordic-)Walking (75 ca. 75 TN) und ein Schülerlauf (ca. 100 TN) und noch ein Bambini-Lauf angeboten wird. Schön, dass mit dem Erlös auch noch der Kinderkrebs-Hilfe geholfen wird.
Vor rund 25 Jahren nahmen wir im Herbst öfters an den Läufen in Süddeutschland teil. Es gibt sie –teilweise – immer noch und sie sind eine Alternative zu unseren „Grossveranstaltungen“. Familiär, nicht allzulang und doch ordentlich anstrengend. Der Lauf im Wehratal ist fast auf den Meter gleich lang wie der Johanniterlauf, hat aber rund 70 Meter mehr Höhendifferenz.
(Am 26. September findet in Inzlingen – ebenfalls im Dreiländereck – der nächste „söttige“ Waldlauf statt).
Jacqueline Keller











